Durch die Kolonialisierung Afrikas entstand in Afrika ab dem auslaufenden 19. Jahrhundert eine Vielzahl an Gebäuden, die vor allem durch die britische Präsenz geprägt wurden. Bis heute prägt die Architektur der Briten das städtische Bild Afrikas und Sie können so in die Geschichte des faszinierenden Landes eintauchen.
Was ist britische Architektur?
Die britische Architektur zu Zeiten der Kolonialisierung Afrikas wurde unter anderem durch den Palladianismus geprägt. Eine Form der Architektur, die sich durch Tempel ähnliche Eingänge und eine stark antikisierende Bauart auszeichnet. Das populärste Beispiel für diese Architekturform ist Queen’s House im Londoner Stadtteil Greenwich. Doch auch der Neoklassizismus, welcher sich durch die Verwendung von Säulen und lang gezogene Eingangstreppen auszeichnet. Wie auch der Palladianismus orientiert sich der Neoklassizismus an den Bauformen der Klassik. Die Verbindung dieser beiden vorherrschenden Architekturstile ergibt schließlich den viktorianischen Baustil, der durch das Viktorianische Zeitalter, das von etwa 1830 bis 1900 andauerte, seinen Namen fand. Während der Regierungszeit Königin Victorias wurde die Kolonialisierung Afrikas vorangetrieben und so fanden auch britische Architekten ihren Weg auf den Kontinent. So kann man heute in den ehemaligen Kolonien Südafrika, Nigeria, Simbabwe und Kenia die Architektur der Briten bewundern.
Bauwerke in Afrika
Afrikas Städte sind schon lange in der Moderne angelangt und unterscheiden sich kaum noch von großen Städten in anderen Teilen der Welt. Doch man kann zwischen den Häuserschluchten noch Zeitzeugen des britischen Einflusses finden. So stehen in der Long Street in Kapstadt noch einige wunderschöne viktorianische Bauwerke. Ein besonderes Bauwerk in Port Elizabeth ist die öffentliche Bibliothek, welche nicht nur ein klassisches Beispiel britischer Baukunst ist, sondern sogar durch eine Statue von Königin Victoria direkt an das viktorianische Zeitalter erinnert. Auch sonst findet man in Port Elizabeth eine Unmenge an britischen Bauwerken, welche die gesamte Palette der britischen Architektur von Palladianismus, Neugotik und Neoklassizismus wiederspiegeln. In Kenia lassen das Parlamentsgebäude in Nairobi oder die Allidina-Visram-Schule in Mombasa Rückschlüsse auf die Kolonialzeit zu. In der Stadt Bulawayo in Simbabwe zeugt das Rathaus von der britischen Architektur. Auch in der früheren Kolonie Ägypten lassen sich noch heute Einflüsse der britischen Besatzungszeit finden, jedoch sind diese von der einheimischen Architektur wesentlich schwerer zu unterscheiden, als in anderen Ländern Afrikas. Da die Architektur Ägyptens teils mitverantwortlich für die Prägungen der Klassik und des Palladianismus war. Das 1900 erbaute ägyptische Museum in Kairo lässt Sie aber auch heute noch den britischen Einfluss spüren.
Das britische Erbe
Die britische Kolonialisierung Afrikas hat das Bild des Landes maßgeblich mitgeprägt. Unzählige viktorianische Bauten, die repräsentativ für diese Zeit waren, säumen noch heute das städtische Bild der ehemaligen Kolonien und lassen Sie so in die Geschichte des Landes eintauchen. In dieser Hinsicht ist der Zusammenfluss der verschiedenen Architekturepochen in Afrika Zeugnis einer bewegten Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die gegenwärtig ebenso viel Einfluss auf das Land hat, wie zu Zeiten der britischen Herrschaft.
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