Der afrikanische Kontinent ist ein Gebiet, welches sich über Jahrzehnte hinweg in Besetzung befand. Einen Großteil der Besetzungsmächte stammte aus den Niederlanden und Großbritannien. Nachdem die Nieder-länder ihre Stützpunkte in Afrika aufgaben, übernahmen die Briten diese und bauten sie zu Siedlungen aus. Obwohl Afrika heute nicht mehr unter der britischen Flagge geführt wird, können Urlauber weiterhin viele Hinweise auf die Zeit der Besetzung entdecken.
Afrika als Handelsstützpunkt
Das Jahr 1794 war entscheidend für die britische Kolonialzeit in Afrika. Während die Engländer entlang der wichtigen Handelsrouten nach Indien immer weitere Kolonien gegründet hatten, hielten die Niederlande den wichtigsten Stützpunkt in Südafrika besetzt: das heutige Kapstadt. Als die niederländische Kolonie aufgrund zu hoher Erhaltungskosten aufgegeben wurde, sahen die Engländer ihre Chance und übernahmen den Stützpunkt. Die Änderungen waren gravierend. Nicht nur fanden sich die Engländer in der idealen Position, um sich weiterhin als Weltmacht zu etablieren, sie konnten zudem ihre Verfassung und ihr Rechtsverständnis in Afrika etablieren. Die nun von den Engländern durchgesetzten Reformen waren tiefgreifend. Bereits 1807 verboten die Briten den Sklaventransport und beendeten die Häuptlingsherrschaft. Politisch wurde Afrika zum selbstregierenden Land, das jedoch weiterhin unter der britischen Herrschaft stand. Die Regierung erhielt von London aus eine Verfassung und konnte zahlreiche Entscheidungen selbstständig fällen. Dennoch wurde ein Gouverneur eingesetzt, der die Exekutive in Afrika führte.
Aufhebung des Sklavenhandels
Spätestens nun wandelte sich die Bevölkerungsstruktur in Afrika. Das englische Recht verbot nicht nur den Sklavenhandel, sondern regelte die Gleichstellung zwischen weißen und schwarzen Bevölkerungsschichten. Nach der Sklavenbefreiung im Jahr 1834 sahen sich die Briten einem paradoxen Phänomen gegenüber: Anstelle des gemischtrassigen Miteinanders entfernten sich die weißen und schwarzen Bevölkerungsschichten voneinander. Kapstadt wurde in eigene Viertel geteilt, in denen wahlweise die weiße oder die schwarze Bevölkerung lebte. Die Wirtschaft Afrikas wurde zuerst durch die Schafzucht auf Trockenweiden geprägt. Als 1869 ein Diamantenfund einen Diamantenrausch auslöste, gewann Kapstadt an Reichtum und wandelte sich zu einer Großstadt, die mit der Wanderarbeit auf der einen, und der ländlichen Armut auf der anderen Seite konfrontiert wurde. Am Ende des 19. Jahrhunderts beendeten die Briten die Herrschaft über die Kapkolonie und schuf somit die Grundlage für die Bildung des Staates Südafrika. Die Briten blieben weiterhin auf repräsentativen Posten, wurden jedoch nicht mehr in die politischen Entscheidungen einbezogen. Im Laufe der Eigenständigkeit wurde der von den Briten erreichte Liberalismus abgeschafft und eine strikte Rassentrennung eingeführt.
Andenken der Kolonialzeit
Noch heute finden Besucher Afrikas zahlreiche Hinweise auf die britische Kolonialzeit. Englisch ist nach wie vor eine Sprache, die ein Großteil der Bevölkerung spricht. Auch zahlreiche Geschäfte, Lebensmittel und kulinarische Gerichte Afrikas geben Rückschlüsse auf den britischen Einfluss. Viele Bauwerke wurden jedoch durch die deutsche Besetzung zerstört, sodass gerade in Kapstadt heute leichter die deutsche Herrschaft erkennbar wird. Einige Gebiete Afrikas werden bis heute fast ausschließlich von Deutschen oder Engländern besiedelt, die den Gebieten die Kultur und Traditionen des eigenen Landes aufgedrängt haben. Ein afrikanisches Leben wird in diesen Ortschaften kaum angefunden.
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