Ausgestopftes Tier und HandschellenDer afrikanische Kontinent stellt für den Mitteleuropäer eine völlig fremde Welt dar. Auf einer Reise in eines der 53 zu Afrika gehörenden Länder, trifft man auf vollkommen fremde Kulturen und auch die Natur unterscheidet sich von der gewohnten Umgebung ganz erheblich. Wie sieht es aber aus, wenn man nicht nur Bilder mit nach Hause bringen möchte?

Artenschutz muss beachtet werden

Diese Frage kann mit einem ganz eindeutigen Nein beantwortet werden. Längst nicht alles, was in Afrika feilgeboten wird, darf auch über die Landesgrenzen hinaus mitgenommen werden. Es gibt sehr viele Souvenirs, die im Reisegepäck überhaupt nichts zu suchen haben und deren Ausfuhr verboten ist. Vor allen Dingen Mitbringsel, die auf der Artenschutzliste stehen, finden Zollbeamten immer wieder in den Koffern und Taschen von Afrika-Urlaubern. Jedes Jahr werden tausende solcher verbotenen Gegenstände beschlagnahmt. Meist wird von den Urlaubern Unwissenheit bekundet, was jedoch vor Strafe nicht schützt. Davon auszugehen, dass alles, was verkauft wird, auch legal erworben und aus Afrika ausgeführt werden darf, stellt sich spätestens bei der Kontrolle am Zoll als schwerwiegender Fehler heraus. Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen, sprich das zu Unrecht eingeführte Souvenir entdeckt worden, helfen alle Ausreden nicht mehr. Während besagtes Kind noch gerettet werden kann, kommt für Tiere und Pflanzen, die zu Andenken verarbeitet wurden, jede Hilfe zu spät. Was bleibt, ist eine oft saftige Strafe, die hoffentlich vor einer Wiederholung der Verfehlung abhalten kann.

Abartige Souvenirs

Am besten informiert man sich bereits vor einer Reise nach Afrika beim Bundesamt für Naturschutz darüber, welche Tiere und Pflanzen dem Artenschutzgesetz eines bestimmten Landes unterliegen. Das wohl bekannteste Beispiel eines verbotenen Souvenirs stellt Elfenbein dar. Jeder weiß, dass Elefantenstoßzähne nicht aus dem Urlaub mitgebracht werden dürfen. Bei Schmuck und Schnitzereien aus diesem Material sinkt jedoch die Hemmschwelle sehr schnell, da die direkte Verbindung zum Elefanten nicht mehr so offensichtlich ist. Umso deutlicher wird die tierische Herkunft bei präparierten Affenköpfen, ausgestopften Löwenbabys oder einer in Alkohol eingelegten Kobra. Was für viele als Undenkbar gilt, scheint andere gerade erst anzuspornen. Immer wieder gelangen solch unschöne Abartigkeiten aus Afrika nach Deutschland. Manchmal ist nur schwer nachvollziehbar, warum gerade ein totes Krokodil das heimische Wohnzimmer schmücken soll. Verständlicher, aber trotzdem verboten, ist die Einfuhr von buntem Korallenschmuck. Auch schön gefleckte Felle von Wildkatzen oder Leder und Häute von verschiedenen Schlangen, Krokodilen und ähnlichen Tieren möchten viele gerne besitzen, obwohl es nicht erlaubt ist.

Angebot und Nachfrage

Solange die Nachfrage nach ausgefallenen Souvenirs besteht, werden noch viele Pflanzen und Tiere, die nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen eigentlich behütet werden sollen, ihr Leben lassen müssen. Der Verkäufer sieht nur seinen Profit bei dem Geschäft mit der verbotenen Ware. Oft besteht für den Afrikaner keine andere Möglichkeit, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Vernunft muss beim Käufer liegen. Es gibt wahrlich schöne und interessante Mitbringsel aus Afrika, sie zum Beispiel ganz außergewöhnliche Handwerkskunst, die man jederzeit von seiner Reise durch den schwarzen Kontinent mitbringen darf.

Foto: ufot – Fotolia

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